Kontext, Umfeld, interessierte Parteien in der ISO 9001?

„Umfeld“, „Kontext“, „externe und interne Anspruchsgruppen“ – Der neue Normabschnitt 4 der ISO 9001:2015 wurde umbenannt und grundlegend überarbeitet. Doch was bedeutet das?

In der neuen Norm sind neue und ergänzte Anforderungen hinsichtlich verschiedener Inhalte zu finden. Der Abschnitt 4 hat sich inhaltlich stark gegenüber der alten Norm 2008 verändert. Wie der Titel des Normabschnitts zeigt, wird die Organisation im Normabschnitt 4.1 verpflichtet, externe und interne strategische Themen zu bestimmen, die für sie relevant sind, was die Notwendigkeit von strategischen externen und internen Analysen impliziert. „Bestimmen“ meint in diesem Zusammenhang tatsächlich diese mithilfe einer genaueren Analyse zu identifizieren.

Neu sind darüber hinaus Anforderungen in Bezug auf interessierte Parteien im Normabschnitt 4.2, womit der Stakeholderansatz auch in dieser Norm Einzug hält. Somit wird jetzt der Betriff „Kunde“ auf „interessierte Partei“ erweitert.

Zwei weitere wichtige Punkte, die im Normabschnitt 4 Platz finden, sind die Stärkung des „prozessorientierten Ansatzes“ und die möglichen Ausschlüsse. Vor allem die Regelungen zu Ausschlüssen wurde gegenüber der ISO 9001:2008 stark gelockert. Zwar ist die Bezeichnung und die explizite Benennung des Ausschlusses der Entwicklung entfallen. Nach der neuen Norm muss die Organisation nur die für konforme Ergebnisse relevanten Anforderungen umsetzen. Die dafür nötige Begründung wird jedoch sehr genau betrachtet werden. Die Lockerung ist also sicher kein „Freifahrtschein“ für umfangreiche Ausschlüsse.

Wir haben zu diesem Thema wieder eine kurze Schulungseinheit zusammengestellt, in der Sie Interessierte Parteien in der ISO 9001:2015 genauso wie die Begriffe Kontext und Umfeld näher beleuchtet finden.