Wissen, Wissensmanagement, Sicherung des Know-how: Was wird die ISO 9001:2015 fordern?

Welche Informationen in Ihren Prozessen sind relevant? Wer sind die Wissensträger? Welches Wissen wird bereits weitergegeben? Denn Qualifikationen sind nur eine Seite der Medaille. Erfahren Sie, worauf Sie noch achten und welches Wissen Sie vor allen Dingen schützen sollten.

Identifizieren Sie Ihr relevantes Wissen

In Ihren Prozessen steckt sicherlich eine Menge Know-how – aber nicht alles davon ist als „relevantes Wissen“ einzustufen. Gut qualifizierte Mitarbeiter zu haben ist wertvoll. Wenn es sich dabei jedoch „nur“ um Aus-, Fort- und Weiterbildung handelt, ist das Wissen nicht relevant. Menschen mit gleicher oder ähnlicher Ausbildung sind auch in anderen Unternehmen anzutreffen.

Relevant ist Wissen, wenn es sich dabei z. B. um geistiges Eigentum handelt. Das sind natürlich Patente, aber genauso Ideen, die im Team entwickelt werden. Es ist unabhängig, ob nur eine Person oder mehrere daran beteiligt waren.

Der Erfahrungsschatz ist in der Regel unternehmenstypisches Wissen. Langjährige Mitarbeiter haben Prozesse, Produkte und Dienstleistungen mitgestaltet. Daher können diese auch entsprechendes Wissen über ggf. negative Produktmeldungen und den Umgang mit schwierigen Kunden berichten.

Wissen ist ein Risikofaktor!

Bei der neuen Normenforderung sollten Sie nicht nur den gewohnten Aspekt der Schulung und des Wissenserhalts sehen. Relevantes Wissen ist ein hohes Gut und sollte daher entsprechende Sensibilität und Schutz erfahren. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Wissen auch Ihres bleibt.

  • Kooperationspartner
    Hierbei handelt es sich meistens um Lieferanten, mit denen Sie eng zusammenarbeiten. Es gibt Verträge und Verschwiegenheitserklärungen – aber wie wird das entstehende Wissen weiterverwendet? Jede Seite beteiligt sich an einem Projekt mit der Absicht, davon zu profitieren. Der Profit liegt nicht nur in der wirtschaftlichen Seite, sondern auch im erarbeiteten Know-how.
  • Outsourcing
    Ausgelagerte Prozesse liegen nicht in Ihrem Gestaltungsbereich. Jedoch müssen Sie für Ihren Prozess den Input definieren, der von diesem ausgelagerten Prozess geliefert wird. Oftmals handelt es sich beim Outsourcing um eigene Tochterfirmen oder Kooperationspartner. Mit Ihren Anforderungen geben Sie zum Teil relevantes Wissen aus der Hand (z.B. Zeichnungen, Spezifikationen).
  • Freie Mitarbeiter
    Der Wert von freien Mitarbeitern besteht oftmals darin, dass diese Experten-Wissen ins Unternehmen hineinbringen. Allerdings erfahren sie aber auch vieles über Ihre Abläufe und erhalten damit ggf. Einblick in Betriebsgeheimnisse. Werden Externe, die möglicherweise auch für andere Unternehmen (Wettbewerber) tätig sind, bei Ihnen in wissensrelevanten Abläufen eingesetzt, gehen Sie ein unkalkulierbares Risiko ein.
  • Inhouse Dienstleister
    Möglicherweise nehmen Sie Dienstleistungen in Anspruch, die in Ihrem Unternehmen stattfinden: Reinigungsdienste in Sicherheitsbereichen, IT-Support von Fremdfirmen, Security Services usw.. Diese Dienstleister bewegen sich relativ frei in Ihrer Organisation und müssen zum Teil in Prozesse eingebunden werden. Sie erhalten notwendiges Wissen dazu.
  • Leih- oder Saison-Arbeitskräfte
    Leiharbeit erhitzt gerne die Gemüter. Bezogen auf Ihr relevantes Wissen kann hier eine recht unethische Diskussion geführt werden. Es handelt sich um Personal, das per se anderweitig eingesetzt werden kann. Binden Sie Leih- oder Saison-Arbeitskräfte in Bereichen ein, in denen sie prozessrelevantes Wissen erwerben, stellen sie durch ihre potentielle Abwanderung ein Risiko dar.

Wissen in der ISO 9001:2015

Zu den genauen Forderungen der ISO 9001:2015 hinsichtlich „Wissen“ haben wir für Sie ein Whitepaper zum Download zusammengestellt. Darin finden Sie die relevanten Normabschnitte genannt sowie eine Zusammenfassung der dahinterstehenden Aussage. Aus rechtlichen Gründen sind keine originalen Normzitate enthalten.